Interaktionsfeld - Öffentlicher Raum im digitalen Zeitalter

Interactionfield - Public Space in the Digital Age

  • Die Geschichte zeigt, dass der städtische öffentliche Raum schon immer ein Ort gewesen ist, der von vielseitigen Interaktionen lebt und von ihnen geformt wird. Besonders die Bildung von Öffentlichkeit und Urbanität entsteht durch ein Zusammenkommen von verschiedensten Austauchprozessen. Seit Aufkommen der digitalen Medien ist jedoch die Art der menschlichen Interaktion deutlich erweitert und komplexer geworden, sodass sie Befürchtungen auslösten, der reale öffentliche Raum verliere als Interaktionsort an Bedeutung. Unabhängigkeit von Ort und Zeit, entlokalisierte und individualisierte Zeitstrukturen zerfasern den Rhythmus der Stadt. Jene droht ungemütlicher und gefährlicher zu werden. Das Netz wurde zum neuen ‚öffentlicheren’ Raum im Sinne einer aktiven kritischen bürgerlichen Öffentlichkeit erhoben. Mit der Mobilisierung der digitalen Technologien wird es jedoch möglich, zurück in den öffentlichen Raum zu gehen und sich die neuen Medien als kommunikationsfördernd, identitäts- und gemeinschaftsproduzierend zu Hilfe zu nehmen, um ein neues integrierendes und identitätsstiftendes Interaktionsfeld für eine demokratische Gesellschaft zu kreieren - im besonderen als Gegenentwicklung zur weiteren Kommerzialisierung und Reizüberfrachtung des öffentlichen Raums. Die interaktive Kunst mit ihrer Lebensnähe, den kommunikativen Ansätzen und dem reflektierenden Umgang mit den modernen Machttechnologien ist dementsprechend besonders prädestiniert, mit dem städtischen öffentlichen Raum verknüpft zu werden. Ziel der Arbeit ist es nun, aus dem Feld der Interaktiven Kunst neue Ansätze für eine Wiederbelebung der Öffentlichkeitsfunktion des Stadtraumes aufzuzeigen, so zum Beispiel Katalysatoren für eine direkte Mensch-Mensch-Interaktion oder eine neue Art von Involvie- rung in die Gestaltung des öffentlichen Raumes. In seiner neuen Interaktivität kann der Raum selbst zu einer Art Austauschmedium werden. Aus den theoretischen Überlegungen, den Fragebögen und der Analyse gesammelter interaktiver Projekte, die bewusst in den öffentlichen Raum gehen, haben sich schließlich folgende fünf Kategorien herauskristallisiert. Sie bilden Ansatzpunkte für einen Schritt in Richtung Realisierung eines zeitgemäßen Interaktionsfeldes. • Interaktionsförderung zur angstfreien Konfrontation und zum Kontakt mit Fremden • Förderung der Öffentlichkeitsbildung durch Kritik, Diskussion und Reflektion der Gesellschaft • Förderung der sozialen Interaktion und Verortung in der lokalen Nachbarschaft • Wahrnehmung der gesellschaftlichen Entwicklung durch Technologie reflektierende, sinnliche Systemerfahrung • Aktivierung zur bewussten Teilnahme an der Gestaltung des öffentlichen Raums Die Homepage, die sich aus der CD-Rom zur Diplomarbeit entwickelt hat, stellt diese interaktiven Medienprojekte vor. Sie verdeutlicht anhand der Analyse und Kategorisierung der Projekte, wie nun die Neuen Medien alternativ genutzt werden können, um zur Reaktivierung und positiven Veränderung des Stadtraumes beizutragen. In einer offenen Liste können weitere Projekte eintragen werden. Mit der Zeit kann sich so ein umfangreiches Archiv entwickeln, mit Beispielen, die zu neuen Ansätzen im Umgang der Stadtplanung mit dem öffentlichen Raum anregen. www.interactionfield.de
  • The history shows that the urban public space always had been a place that is living of and formed by various interactions. Especially the formation of public sphere and livability develops through a constellation of various kinds of exchange process, which is creating llocal culture. Since the rise of digital media the ways of human Interaction has been clearly widened and became more complex. This has also caused the fear that the real public space looses in importance as a space for interaction. The independence from place and time, entlocalised and individualized time structures destroy the rhythm of the city which threatens to become more uncomfortable and more dangerous. The net was called the new “more” public space in the sense of an active critical civil public. With the mobilization of the digital technologies, wireless and wearable techniques, it becomes however possible to go back into the public space. The new media can be used as communication-promoting, identity- and community-producing in order to create a new integrating and identity-donating interaction field for a democratic society. A new social critical use for the public space - especially as counter development to the further commercialisation and visual overloading of the public space. The interactive art with its life proximity, communicative issues and reflection of the power of the modern technologies is well suited to be linked in this sense with the urban public space, ready to adress a wider audience. The goal of the work is it now to point out new ways for a revival of the public function of the urban space looking at the field of interactive art. For example catalysts for a direct person to person interaction or a new kind of involving into the codesigning and formation of the public space, which thus becomes a kind open (art)work. In its new interactivity the space can become a kind of exchange medium supporting the formation of public sphere and local culture. Out of the theoretical considerations, a questionnaire for Artists and the analysis of collected interactive projects, which go consciously into the public space, the following five categories finally crystallized. They form starting points for a step toward a realization of a modern interaction field, here shortly explained by selected examples of the collection. The projects and categories are visualized and more detailed explained under www.interactionfield.de:

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Metadaten
Verfasserangaben:Mirjam Struppek
URN (Permalink):urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-37832
Betreuer:Bernd Streich, Kai Vöckler
Dokumentart:Masterarbeit
Sprache der Veröffentlichung:Deutsch
Veröffentlichungsdatum (online):04.05.2014
Jahr der Veröffentlichung:2002
Veröffentlichende Institution:Technische Universität Kaiserslautern
Titel verleihende Institution:Technische Universität Kaiserslautern
Datum der Publikation (Server):06.05.2014
Freies Schlagwort / Tag:Interaktion; Interaktive Kunst; Kunst im öffentlichen Raum; Medienfassaden; Mediengesellschaft; Neue Medien; Patrizipation; Stadtraum; digitale Installationen; mediale Architektur; mediale Inszenierung; urbaner Raum; Öffentlichkeitsbildung; öffentlicher Raum
New Media Art; Public Space; Urban Media; Urban Screens
Seitenzahl:122, Anhang
Quelle:http://www.interactionfield.de
Fachbereiche / Organisatorische Einheiten:Fachbereich Raum- und Umweltplanung
CCS-Klassifikation (Informatik):J. Computer Applications / J.5 ARTS AND HUMANITIES
DDC-Sachgruppen:3 Sozialwissenschaften / 300 Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
7 Künste und Unterhaltung / 710 Landschaftsgestaltung, Raumplanung
7 Künste und Unterhaltung / 720 Architektur
Sammlungen:Universitätsbibliothek
Lizenz (Deutsch):Standard gemäß KLUEDO-Leitlinien vom 10.09.2012

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