UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK

Ein Verfahren zur Bestimmung der Erdschlussentfernung

  • Vorgestellt wird ein Verfahren zur Bestimmung der Erdschlussentfernung in hochohmig geerdeten Netzen. Nach Abklingen der transienten Vorgänge im Fehlerfall stellt sich ein stationärer Zustand ein, in dem das Netz zunächst weiter betrieben werden kann. Ausgehend von diesem stationären Fehlerfall wird auf der Basis eines Π-Glieds das Leitungsmodell des einseitig gespeisten Stichabgangs mit einer Last in der Vier-Leiter-Darstellung entwickelt. Die Schaltungsanalyse erfolgt mit Hilfe komplexer Rechnung und der Kirchhoffschen Gesetze. Grundlage der Betrachtungen bildet das Netz mit isoliertem Sternpunkt. Das entstehende Gleichungssystem ist in seiner Grundform nichtlinear, lässt sich jedoch auf eine elementar lösbare kubische Gleichung im gesuchten Fehlerentfernungsparameter zurückführen. Eine weitere Lösungsmöglichkeit bietet das Newton-Raphson-Verfahren. Durch Verlegen der lastseitigen Leiter-Erd-Kapazitäten an den Abgangsanfang kann das vollständige, nichtlineare System in ein lineares System überführt werden. Hierbei sind die beiden Ausprägungen „direkte Lösung mit unsymmetrischer Last“ oder „Ausgleichsrechnung mit symmetrischer Last“ möglich. Eine MATLAB®-Implementierung dieser vier Rechenalgorithmen bildet die Basis der weiteren Analysen. Alle messtechnischen Untersuchungen erfolgten am Netz-Kraftwerksmodell der TU Kaiserslautern. Hier wurden verschiedene Fehlerszenarien hinsichtlich Fehlerentfernung, -widerstand und Größe des gesunden Restnetzes hergestellt, in 480 Einzelmessungen erfasst und mit den Algorithmen ausgewertet. Dabei wurden auch Messungen an fehlerfreien Abgängen erhoben, um das Detektionsvermögen der Algorithmen zu testen. Neben Grundschwingungsbetrachtungen ist die Auswertung aller Datensätze mit der 5. und der 7. Harmonischen ein zentrales Thema. Im Fokus steht die Verwendbarkeit dieser Oberschwingungen zur Erdschlussentfernungsmessung bzw. -detektion mit den o.g. Algorithmen. Besondere Bedeutung kommt der Fragestellung zu, inwieweit die für ein Netz mit isoliertem Sternpunkt konzipierten Algorithmen unter Benutzung der höheren Harmonischen zur Erdschlussentfernungsmessung in einem gelöschten Netz geeignet sind. Schließlich wird das Verfahren auf Abgänge mit inhomogenem Leitermaterial erweitert, da auch diese Konstellation von praktischer Bedeutung ist.
  • A method for determining the earth fault distance in high impedance grounded networks is presented here. With the transient processes having decayed in case of an earth fault, the grid tunes into a steady state error condition in which it can be operated initially. Starting out from the stationary earth fault condition a line model of a unilaterally powered feeder with one load based on a PI-element is developed using a for-wire-representation. The circuit analysis is performed using complex AC calculation and Kirchhoff’s laws. The examinations are based on a network with isolated neutral point. The resulting system of equations is non-linear in its basic form. However, it can be lead back to an elementary solvable cubic equation in the unknown fault distance parameter. Another solution is offered by the Newton-Raphson method. The non-linear system of equations can be transformed into a linear equation system by transferring the phase-to-earth capacitances placed at the load to the front of the feeder. Here two kinds of solutions are possible: „a direct solution with an unbalanced load“ or „a least squares solution using a symmetrical load“. MATLAB® implementations of these four algorithms form the basis of further analyses. All metrological investigations were carried out at the grid and power plant model of the Kaiserslautern University. Here, various error scenarios were established concerning fault distance, -resistance and the size of the remaining healthy network. A total of 480 single measurements were recorded and analysed with the algorithms. In order to test the earth fault detection capability of the algorithms also measurements on error-free feeders were carried out. In addition to fundamental frequency considerations, the evaluation of all data sets using the 5th and the 7th harmonics is a central topic. The focus is on the usability of these higher harmonics for earth fault distance calculation and -detection with the algorithms mentioned above. Of particular importance is the question of to what extent the algorithms originally designed for the use in a network with isolated neutral point are also suitable for earth fault distance calculation using the higher harmonics in a resonant grounded network. Finally, the presented method is extended to feeders consisting of inhomogeneous conductor material, since this constellation is of practical importance.

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Metadaten
Verfasserangaben:Markus Mayer
URN (Permalink):urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-40713
Betreuer:Christian Tuttas
Dokumentart:Dissertation
Sprache der Veröffentlichung:Deutsch
Veröffentlichungsdatum (online):12.05.2015
Jahr der Veröffentlichung:2015
Veröffentlichende Institution:Technische Universität Kaiserslautern
Titel verleihende Institution:Technische Universität Kaiserslautern
Datum der Annahme der Abschlussarbeit:23.02.2015
Datum der Publikation (Server):18.05.2015
Freies Schlagwort / Tag:Erdschlussentfernung; Fehlerwiderstand; erdschlusskompensiertes Netz; sternpunktisoliertes Netz
GND-Schlagwort:Energieversorgungsnetz; Erdschluss; Oberschwingung; Sternpunkterdung
Seitenzahl:174
Fachbereiche / Organisatorische Einheiten:Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik
DDC-Sachgruppen:6 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 620 Ingenieurwissenschaften und Maschinenbau
Lizenz (Deutsch):Standard gemäß KLUEDO-Leitlinien vom 13.02.2015