Personalisierung von technischen Maschinenbenutzungsoberflächen auf Grundlage einer erweiterten Analysephase

  • Zur Entwicklung von technischen Benutzungsoberflächen in der Investitionsgüterindustrie ist ein systematischer und durchgängiger Prozess essentiell, der in den einzelnen Prozessphasen besonders eine Nutzerorientierung unterstützt. Dieser Prozess bereitete bisher die Grundlage, um generell nutzerorientierte Benutzungsoberflächen zu entwickeln. Aus diesem Prozess resultiert eine Benutzungsoberfläche, welches spezielle Aufgaben unterschiedlicher Nutzer berücksichtigt. Es entsteht eine Benutzungsoberfläche für viele Nutzer. Die Unterschiedlichkeit der Nutzer findet keine explizite Umsetzung durch persönliche Präferenzen. Durch die steigende Informationsflut werden Nutzer aber in Zukunft überfordert werden. Daher kann bei Berücksichtigung dieser Präferenzen eine höhere Nutzerorientierung, eine Steigerung der Usability und eine Erhöhung der Bedieneffizienz von Nutzern erzielt werden. Zur Erreichung dieser Ziele ist eine umfassende Darstellung dieser Präferenzen notwendig. Sie unterteilen sich einerseits in Nutzereigenschaften, die zur Charakterisierung der Nutzer und Vereinfachung der nutzerspezifischen Datenerfassung dienen. Andererseits werden Präferenzen bezüglich der Entwicklung technischer Benutzungsoberflächen erhoben, um personalisierte Benutzungsoberflächen zu generieren. Diese allgemeine Darstellung muss in einzelnen Branchen konkretisiert werden. Diese Konkretisierung wird meist durch eine Untermenge der allgemeinen Darstellung umgesetzt. Für die Produktionsumgebung zeigt sich zum einen, dass sehr unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich der Gestaltungsmerkmale existieren. Daher bestehen in dieser Branche nur vereinzelt Zusammenhänge zwischen Gestaltungsmerkmalen und weiteren Nutzereigenschaften. Zum anderen korrelieren die strukturellen Nutzerpräferenzen mit vielen verschiedenen Nutzereigenschaften. Auf Basis dieser Personalisierungsmerkmale entstehen Q-Personas nach [Coo99] für die Produktions-umgebung, die in sich homogene, aber untereinander heterogene Personalisierungsmerk-malsausprägungen aufweisen. Nutzer in der Produktionsumgebung können aufgrund der Beschreibungen der Q-Personas diesen zugeordnet werden. Eine Eigenschafts- und Präferenzmatrix dient dabei als Hilfsmittel zum Vergleich der Nutzercharakterisierung mit signifikanten Q-Personamerkmale. Die QPersonabeschreibungen bilden die Grundlage zur Entwicklung personalisierte Systeme. Diese Systeme dienen zum einen der Überprüfung der Auswirkungen der Personalisierung technischer Systeme auf die Benutzung. Zum anderen werden sie zur Überprüfung der Übertragbarkeit der entwickelten Q-Personas auf andere produktionstechnische Systeme als diejenigen, anhand derer die Q-Personas entwickelt wurden, verwendet. Die erste Untersuchung hierzu zeigt die Möglichkeit einer einfachen und schnellen Zuordnung von Nutzern zu Q-Personas. Die Ergebnisse beider Untersuchungen bestätigen deutliche Vorteile von personalisierten Systemen gegenüber neutralen, die hauptsächlich durch die Strukturierung erreicht werden. Diese zeigen sich in einer schnellen Aufgabenbearbeitung, weniger Fehlern, einer gesteigerten Zufriedenheit und einem erhöhten Wohlbefinden von Nutzern im Umgang mit ihrem personalisierten System. Die Gestaltung wirkt sich vergleichsweise gering auf die Bewertung aus. Die zweite Untersuchung berücksichtigt andere Systeminhalte. Dadurch zeigt sich die Übertragbarkeit der Personalisierung, indem eine problemlose Kompatibilität der entwickelten Q-Personas für dieses System möglich ist. Zur systematischen und effizienten Entwicklung von personalisierten technischen Benutzungsoberflächen ist eine Verbindung der Personalisierung mit dem Useware-Entwicklungsprozess unumgänglich. Alle Prozessphasen erfahren unterschiedliche Anpassungen, Erweiterungen und Änderungen. In der Analysephase ist eine Erweiterung des Anforderungskatalogs zur Erfassung der auftretenden Q-Personas notwendig. Die Auswertung in der Analysephase umfasst zusätzlich die Überprüfung, welche Q-Personas sich unter den Nutzern befinden. Als Ergebnis entstehen q-personabasierte Aufgabenmodelle. Die Strukturgestaltungsphase erfordert eine Erweiterung hinsichtlich der Attributierung der strukturierten Handlungen, Tätigkeiten und Operationen. Die generell gewünschte Strukturierungsart wird definiert. Verknüpfungen zwischen den einzelnen Objekten werden anhand der Aufgabenmodelle der Analysephase festgelegt. In der Gestaltungsphase werden aufgrund der in der Analysephase erhobenen Q-Personas unterschiedlich personalisierte Benutzungsoberflächen entwickelt, die die in der Strukturgestaltungs-phase entwickelte Struktur und ihre neue Attributierung umsetzen. Durch diese marginalen Erweiterung und Änderungen am Useware-Entwicklungsprozess entstehen auf effiziente Weise statt einer ursprünglichen nutzerorientierten Benutzungsoberfläche mehrere personalisierte Benutzungsoberflächen.

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Metadaten
Author:Nancy Thiels
URN (permanent link):urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-21833
Advisor:Dietmar Eifler
Document Type:Doctoral Thesis
Language of publication:German
Year of Completion:2008
Year of Publication:2008
Publishing Institute:Technische Universität Kaiserslautern
Granting Institute:Technische Universität Kaiserslautern
Acceptance Date of the Thesis:2008/04/04
Faculties / Organisational entities:Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik
DDC-Cassification:670 Industrielle Fertigung

$Rev: 12793 $