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Das Flüchtlingscamp Shatila im Libanon: Regulierte und nicht regulierte Räume einer Heterotopie und deren soziokulturelle Bedeutung.

The refugee camp Shatila in Lebanon: Regulated and unregulated spaces of a heterotopia and their socio-cultural significance.

  • Ein Flüchtlingscamp als Raum konstituierter Sichtbarkeit: Shatila. 1949 für Vertriebene der nördlichen Palästinensergebiete erbaut, in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angesiedelt, Ort eines Genozids in den 80er Jahren und, in der Syrienkrise, Symbol von nationalem und internationalem gesellschaftlich-politischen Versagens, visualisiert es den tatsächlichen, aber auch mentalen Kampf der Bewohner mit der oktroyierten und begrenzten Sphäre. Die territoriale, politische und gesellschaftliche Limitierung der (mittlerweile nicht nur) palästinensischen Bevölkerung in Beirut führen zur Grundidee einer kritischen Raumforschung: Der Mikrokosmos des Camps wird als fragiler aber beständiger Ausnahmezustand wahrgenommen und dient als Untersuchungsgegenstand, um gesellschaftliche und kulturelle Prozesse in diskursive Raumbeziehungen zu setzen. Die Grundlage der Untersuchung bildet die von Foucault stark beeinflusste ‚Neue Kulturgeographie‘ und deren zweite Phase der Hinwendung zur Sichtbarkeit und Re-Materialisierung. Es wird dann ein Verbleichen von Strukturen und kartesischen Rastern zugelassen, um den geographischen Raum in unterschiedliche Systeme zu übersetzten, die sich differenzierten wissenschaftlichen Ansätzen bedienen, um so schlussendlich individuelle und kollektive Rückschlüsse über die Bedeutung von Raum in einer anthropogenen Katastrophe zu generieren.
  • A refugee camp as a space of constituted visibility: Shatila. Built in 1949 for displaced persons from the northern Palestinian territories, located in the southern suburbs of the Lebanese capital Beirut, the place of a genocide in the 1980s and, in the Syrian crisis, a symbol of national and international socio-political failure, visualizes the actual but also mental struggle of the inhabitants with the imposed and limited sphere. The territorial, political and social limitations of the (now not only) Palestinian population in Beirut lead to the basic idea of ​​a critical spatial research: The microcosm of the camp is perceived as a fragile but constant state of emergency and serves as a subject of investigation to set social and cultural processes in discursive spatial relations. The basis of the investigation is Foucault's strongly influenced 'New Cultural Geography' and its second phase of turning to visibility and re-materialization. It then allows a blurring of structures and Cartesian grids to translate the geographical space into different systems that use differentiated scientific approaches to ultimately generate individual and collective conclusions about the importance of space in an anthropogenic catastrophe.

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Metadaten
Verfasserangaben:Alesa Mustar
URN (Permalink):urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-51011
Betreuer:Klaus-Ove Kahrmann
Dokumentart:Masterarbeit
Sprache der Veröffentlichung:Deutsch
Veröffentlichungsdatum (online):12.12.2017
Jahr der Veröffentlichung:2017
Veröffentlichende Institution:Technische Universität Kaiserslautern
Titel verleihende Institution:Technische Universität Kaiserslautern
Datum der Publikation (Server):12.12.2017
Freies Schlagwort / Tag:Ausnahmezustand; Diskursanalyse; Flüchtlingscamp; Heterotopie; Raumknappheit; Raumtheorie; Ästhetik
GND-Schlagwort:Raum; Sozialraum; Topologie
Seitenzahl:III, 77
Fachbereiche / Organisatorische Einheiten:Distance and Independent Studies Center (DISC)
DDC-Sachgruppen:1 Philosophie und Psychologie / 100 Philosophie
3 Sozialwissenschaften / 300 Sozialwissenschaften, Soziologie, Anthropologie
7 Künste und Unterhaltung, Architektur, Raumplanung / 720 Architektur
Sammlungen:Herausragende Masterarbeiten am DISC
Lizenz (Deutsch):Creative Commons 4.0 - Namensnennung, nicht kommerziell (CC BY-NC 4.0)