Zertifizierung in der Stadtentwicklung - Eine institutionenökonomische und steuerungstheoretische Betrachtung der Zertifizierung in Prozessen der Planung und Umsetzung städtebaulicher Projekte und Maßnahmen auf Stadtquartiersebene

  • In anderen Bereichen bereits seit längerer Zeit bekannt und erprobt, hat die Zertifizierung mit den neusten Ansätzen der Auszeichnung von Stadtquartieren nun auch die Aufgabenfelder der Stadtplanung erreicht. Mit zunehmender Abkehr von der imperativen Planung hin zu kooperativen Handlungsweisen in der Planung und Umsetzung städtebaulicher Projekte und Maßnahmen verändern sich die Austauschbeziehungen der beteiligten privaten und öffentlichen Akteure. Dies geschieht in einer Form, in der das private gewinnorientierte Handeln und die Implementierung von Instrumenten, die der Effizienzsteigerung der Transaktionen dienen, zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Wandel der Organisationsformen in einzelnen Bereichen der Stadtentwicklung, speziell im Rahmen der vorhabenbezogenen Planung und der städtebaulichen Projektentwicklung, führt zu einer Vielzahl an Anlässen für den Einsatz von Zertifizierungssystemen und -verfahren. Zielsetzung der Arbeit ist es, modellhaft instrumentelle und organisatorische Ausgestaltungsformen der Zertifizierung im Rahmen der Planung und Umsetzung städtebaulicher Projekte und Maßnahmen aufzuzeigen sowie Implementationsformen und -grenzen in Bezug auf informelle und formelle Prozesse der Planung und Umsetzung zu bestimmen. Um die Analyse sowie die Übertragung der Zertifizierung auf die spezifischen Bereiche der Stadtplanung und Stadtentwicklung durchzuführen, erfolgt eine theoriegeleitete Untersuchung über mehrere wissenschaftliche Disziplinen hinweg. In der Arbeit wird insbesondere auf die Theorien der Neuen Institutionenökonomie zurückgegriffen. Die Theorie der Verfügungsrechte, die Prinzipal-Agent-Theorie und die Transaktionskostentheorie dienen als Grundlage zur Erklärung der Zielsetzungen, Interventionslogiken und Mechanismen von Zertifizierung in ökonomischen Austauschbeziehungen. Die Steuerungstheorie dient der Einordnung der Zertifizierung als Steuerungsinstrument und der Erklärung der steuerungsinstrumentellen Absichten einer Zertifizierung. Die im Rahmen der Planung und Umsetzung städtebaulicher Projekte und Maßnahmen relevanten Faktoren der Qualitätsunsicherheit, des opportunistischen Verhalten und der Spezifität der Transaktionen wurden hinsichtlich ihrer zentralen Rolle dargelegt und berücksichtigt. Zielkonflikte und Informationsasymmetrien in den Austauschbeziehungen der vielfältigen an der Planung und Umsetzung der städtebaulichen Projekte und Maßnahmen Beteiligten wurden analysiert und als Anlass der Zertifizierung identifiziert. Im Ergebnis werden Empfehlungen und differenzierte Modellvariationen für die institutionelle Ausgestaltung von Systemen und Verfahren der Zertifizierung im Rahmen der Planung und Umsetzung städtebaulicher Projekte und Maßnahmen auf Stadtquartiersebene abgeleitet und die Grenzen und Prämissen der Zertifizierung dargelegt.

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Metadaten
Author:Jan Hogen
URN (permanent link):urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-32696
Serie (Series number):Schriften zur Stadtplanung (17)
Advisor:Gerhard Steinebach, Elke Pahl-Weber
Document Type:Doctoral Thesis
Language of publication:German
Publication Date:2012/09/20
Date of first Publication:2012/09/20
Publishing Institute:Technische Universität Kaiserslautern
Granting Institute:Technische Universität Kaiserslautern
Acceptance Date of the Thesis:2012/09/19
Tag:Neue Institutionenökonomie; Qualitätsbewertung; Stadtentwicklung; Stadtplanung; Steuerungstheorie; Zertifikat; Zertifizierung; städtebauliche Projektentwicklung
Number of page:295
Faculties / Organisational entities:Fachbereich Raum- und Umweltplanung
DDC-Cassification:710 Städtebau, Raumplanung, Landschaftsgestaltung

$Rev: 12793 $