Räumliche Vorsorge bei technischen Risiken in der Stadtplanung

  • Die Arbeit zielt im Wesentlichen auf die Berücksichtigung der aus technischen Anlagen resultierenden Risiken in der räumlichen Planung durch Vorsorge ab und verbindet diese Elemente mit der inhaltlichen, sachlichen sowie zeitlichen Steuerung räumlicher Nutzungsentwicklung hinsichtlich ihrer Ordnung und Entwicklung auf strategischer und operativer Planungsebene. Die Thematisierung des Risikos wird anhand der verwendeten Konzepte in der Risikoforschung, der Analyse und der Bewältigung von Risiken durchgeführt. Im Folgenden wird die Relevanz technischer Risiken als integrativer Bestandteil der Raumplanung und in diesem Zusammenhang als eine zu bewältigende Aufgabe im Rahmen der Stadtplanung und Stadtentwicklung dargestellt. Dies wird durch die synoptische Zusammenstellung der historischen Stadtentwicklung und der Ausformung technischer Risiken sowie durch ihre Bewältigung im Sinne räumlicher Risikovorsorge anhand der Darstellung bestimmter Entwicklungslinien und Leitbilder verdeutlicht. Diese führen in eine Zusammenstellung planerischer Grundkonstellationen über, die im Wesentlichen auf den entwicklungsbedingt unterschiedlichen Konstellationen risikobezogener Nachbarschaften unverträglicher Nutzungen beruhen und einer vorsorgebezogen- räumlichen Bewältigung bedürfen. Die Fokussierung auf rechtliche Rahmenbedingungen spannt den Bogen zur normativen Umsetzung räumlicher Risikovorsorge und ihren differenzierten Ausprägungen im Raumplanungsund Umweltrecht. Als besonders belangvoll werden dabei die europarechtlichen Vorgaben des Land Use Planning im Art. 12 der Richtlinie 96/82/EG – Seveso II- Richtlinie und ihre Übertragungen auf nationalstaatlicher Ebene dargestellt und die Umsetzungsgrenzen diskutiert. Die konzeptionelle Realisierung des Schutzes vor den Auswirkungen technischer Risiken wird anhand der Leitfadenerstellung der Kommission für Anlagensicherheit (KAS) zur Umsetzung räumlicher Risikovorsorge durch langfristige Schaffung und die dauerhafte Sicherung von Abständen zwischen Betriebsbereichen der Störfall- Verordnung sowie schutzbedürftigen Gebieten im Rahmen der Bauleitplanung dargestellt. Auf dieser Basis wird eine Modellentwicklung räumlicher Vorsorge auf überörtlicher und örtlicher Ebene durchgeführt. Diese bildet die strategischen und operativen Vorsorgeelemente auf die Ebenen der Standort-, Abstands- sowie Entwicklungsplanung ab. Die Umsetzung auf instrumenteller Ebene erfolgt durch die Verbindung der entwickelten Modellelemente auf raumordnerischer sowie bauleitplanerischer Ebene mit den raumrelevanten Erfordernissen räumlicher Risikovorsorge im planerischen Störfallschutz. Dies betrifft nicht nur Neuplanungen, sondern insbesondere die Beachtung der Anforderungen bei Entwicklungen im Siedlungsbestand hinsichtlich der Abbildung privater und öffentlicher Aspekte des planerischen Störfallschutzes. Die heterogene Entwicklung und Vorsorge von Betriebsstandorten und Siedlungen werden dabei hinsichtlich ihrer risikovorsorgebezogenen Adaptionsfähigkeit überprüft. Dies schließt im Weiteren auch eine Betrachtung und Überprüfung instrumenteller Ausgestaltungsmöglichkeiten und ihrer Alternativen unter raum- und stadtplanerischen Gesichtspunkten mit in die Überlegungen ein.
Metadaten
Author:Arne Siegler
URN (permanent link):urn:nbn:de:hbz:386-kluedo-31797
Serie (Series number):Schriften zur Stadtplanung (16)
Advisor:Gerhard Steinebach, Klaus Töpfer, Hans Hagen
Document Type:Doctoral Thesis
Language of publication:German
Publication Date:2012/06/29
Year of Publication:2012
Publishing Institute:Technische Universität Kaiserslautern
Granting Institute:Technische Universität Kaiserslautern
Acceptance Date of the Thesis:2012/06/22
Number of page:354
Faculties / Organisational entities:Fachbereich Raum- und Umweltplanung
DDC-Cassification:620 Ingenieurwissenschaften und zugeordnete Tätigkeiten

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